Fisch ist heute aus

Am 27. Jänner ist in Österreich „Fish Dependance Day“. Damit endet die Selbstversorgung mit Fisch.

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Die kommerzielle Fischerei schadet der Artenvielfalt im Meer und belastet das Klima.

(25.01.2022/ MF) In Österreich gibt es zu wenig heimische Alternativen zu Speisefischen aus dem Meer. Bis zum 27. Jänner können wir uns rechnerisch selbst versorgen. Danach werden die rund 7,5 Kilo Fisch, die wir pro Person und Jahr verzehren, durch Importe gedeckt.

Massenfischerei bedroht Artenvielfalt und Klima

Fisch gilt als gesund und soll in einer ausgewogenen Ernährung nicht fehlen. Was uns jedoch gut tut, ist schlecht für die Umwelt und das Klima. Die Folgen der Überfischung der Weltmeere schlagen sich in zahlreichen vom Aussterben bedrohten Arten nieder. 93 Prozent der weltweiten Bestände sind laut Welternährungsorganisation FAO überfischt, ein Drittel steht vor dem Kollaps. Viele Fische sind nicht nur mit Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen belastet, sondern enthalten auch Mikroplastik. Verloren gegangene Netze, Bojen und Leinen machen laut Greenpeace rund 10 Prozent des Plastiks in den Meeren aus.

Meeresboden speichert Unmengen an CO2

Der ungehemmte Fischkonsum heizt aber auch den Klimawandel an. Industrielle Fischtrawler stoßen durch ihre Motoren große Mengen an Treibhausgasen aus. Durch die Kühlung an Bord und den Weitertransport wird dem Klima weiter eingeheizt. Bislang wenig bekannt sind die Auswirkungen von Schleppnetzen auf das Klima. Besonders die schweren Grundschleppnetze zum Fang von Schollen und Garnelen wirbeln Meeresboden und Seegraswiesen auf und setzen dabei Unmengen an CO2 frei. Amerikanische KlimaforscherInnen gehen von jährlich 1,5 Gigatonnen CO2 aus – das ist mehr als die weltweite Luftfahrt vor der Pandemie ausgestoßen hat. Eine Seegraswiese speichert rund 10 Mal mehr CO2 als die gleiche Fläche Wald.

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Karpfen aus biologischer Teichwirtschaft sind eine gute Alternative zu Meeresfischen.

Biofisch schmeckt besser

Wer auf Fisch nicht verzichten will, kann auf Fisch aus Österreich zurückgreifen. In den Bioteichen haben die Tiere mehr Platz und bleiben von Hormonen, Insektiziden und Antibiotika verschont. Ökologisch besonders gut schneidet die Karpfenzucht unter anderem im Waldviertel ab, weil keine tierischen Futtermittel notwendig sind. Manche Meeresfische aus bestimmten Regionen sind weniger bedenklich. Die Kriterien von Fair Fish International und der Fischratgeber des WWF helfen beim ökologischen Fischeinkauf.