Eschensterben - müssen alle Eschen gefällt werden?

In letzter Zeit ist die Esche in Verruf geraten. Immer öfter wird über ihre Gefährdung berichtet. 

Das Eschensterben wird durch einen Pilz verursacht.

Immer wieder wird medial über eine mögliche Gefährdung dieser durch einen Pilz geschädigten Baumart berichtet. Doch müssen wirklich alle Eschen gefällt werden, oder gibt es Möglichkeiten, die Baumart zu erhalten? 

Pilzerkrankung 

Die heimische Esche (Fraxinus excelsior) ist durch den eingeschleppten Pilz Eschen-Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) akut gefährdet. Aufgrund dessen werden Eschen derzeit generell als gefährlich angesehen und häufig bereits vorsorglich gefällt.
Zu den wichtigsten Aufgaben von Baumexperten/innen zählt, neben der Vermeidung von Personen- und Sachschäden, der möglichst lange Erhalt von nicht forstlich genutzten Baumbeständen. Aus diesem Grund hatte die Österreichische Gartenbau-Gesellschaft (ÖGG) in Kooperation mit der Landesinnung Wien am 19. Februar 2018 zu einem Expertentreffen zum Thema „Eschensterben“ eingeladen.

Schäden durch Pilz

Der aus Asien stammende Pilz, das Eschen-Stängelbecherchen, und in Folge auftretende Sekundärpilze schädigen die heimischen Eschen in einem Ausmaß, dass schlussendlich die Wurzeln absterben und der Baum seine Standsicherheit verliert und umfällt. Faktoren, die eine Schädigung und Verbreitung des Eschensterbens ermöglichen, sind feuchte Standorte im Wald mit abgefallenem Laub als Infektionsquelle unter den Bäumen.

Anders ist die Situation – wie allgemein von den Experten festgestellt wurde – in kommunalen Bereichen zu sehen. Bäume, die in Einzelstellung in Parks, Gärten, Wiesen etc. stehen, wo das Laub weggeräumt wird und der Standort trockener (wie üblicherweise in verbautem Gebiet der Fall) ist, sind nicht in demselben Ausmaß geschädigt. In diesem Bereichen konnten die meisten Eschen bisher erhalten werden.

Gesundheitszustand beurteilen

Grundsätzlich ist zwischen Eschen in einem Waldbestand und auf einem Einzelstandort zu unterscheiden. Auf Einzelstandorten ist es für Sachverständige im Rahmen der notwendigen regelmäßigen Baumkontrollen möglich, die Verkehrssicherheit der Bäume zu beurteilen. Die vorsorgliche Fällung aller Eschen, vor allem der gesunden, ist nicht notwendig und verringert auch die Chancen der Ausbildung einer natürlichen Resistenz, die für die Erhaltung der Baumart Esche so wichtig ist. Die Baumsachverständigen empfehlen, dem Gesundheitszustand von Eschen besonderes Augenmerk zu schenken und nur in begründeten Situationen Fällempfehlungen auszusprechen.

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