Ergebnis der Wintervogel-Zählung steht fest

Bei der diesjährigen Wintervogelzählung übermittelten rund 14.000 TeilnehmerInnen ihre Beobachtungen an die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich.

Kohlmeise

Die Kohlmeise war der häufigste Vogel bei der Winterzählung 2020 von BirdLife Österreich. In 9 von 10 Gärten war sie zu Besuch.

Heuer besuchten trotz Teilnehmerrekord so wenige Vögel wie noch nie die österreichischen Gärten. Bei einem deutlichen Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr waren durchschnittlich nur knapp 31 Vögel im Zeitraum von 4. bis 6. Jänner zu beobachten. Lediglich in Kärnten stieg die Anzahl der Vögel pro Garten um 14 Prozent.

Der milde Winter beeinflusst die Vögel

Der Grund dafür dürfte in der sehr ungleich verteilten Schneemenge zur Beobachtungszeit zu finden sein. Das Ausbleiben des Schnees und die milden Temperaturen zu Jahresbeginn in weiten Teilen Österreichs beeinflussten offenbar das Auftreten der heimischen Wintervögel. So verblieben die Tiere außerhalb der Siedlungsgebiete, wo sie ausreichend Nahrung finden. Steht den Vögeln hingegen durch den Frost und Schnee weniger Nahrung zur Verfügung, drängen sie in die Siedlungen.

Die Vögel pfeifen heuer aufs Futterhaus

Häufige Arten wie Buchfink oder Stieglitz ließen sich heuer witterungsbedingt seltener am Futterhaus blicken, viele Arten wie etwa der Erlenzeisig blieben fast gänzlich aus. Der häufigste Wintervogel in Österreichs Gärten war die Kohlmeise. Sie wurde von den rund 14.000 Teilnehmerinnen in neun von zehn Gärten gezählt. Auf Platz zwei und drei der häufigsten Vögel folgten der Haussperling (in 45,8 Prozent der Gärten) und der Feldsperling (in 44,3 Prozent der Gärten).

Invasionsvögel flogen nicht ein

Heuer blieb auch der massive Einflug von Erlenzeisigen, wie er im vergangenen Jahr stattfand, völlig aus. Es dürfte ausreichend Nahrung in ihren Brutgebieten weiter im Norden vorhanden gewesen sein, der milde Winter im Norden und Osten trug sein Übriges dazu bei. Die Eichelhäher, von denen sich im Herbst außergewöhnlich viele in Österreich aufhielten, waren ebenso seltene Gäste am Futterhaus. Sie wurden lediglich in 17 Prozent der Gärten gesichtet.

Rückgang auch in Niederösterreich

Mit knapp 4.000 TeilnehmerInnen beteiligten sich um 52 Prozent mehr Menschen aus Niederösterreich an der Aktion als im vergangenen Jahr. Rund 30 Vögel pro Garten bedeutete ein Minus von 10 Prozent gegenüber 2019. Der Siegervogel Kohlmeise war diesmal deutlich häufiger zu sehen. Der Grünfink hingegen verzeichnete bedingt durch eine Parasitenerkrankung den niedrigsten Wert seit Beginn der Wintervogelzählung. Insgesamt wurden in Niederösterreich fast 90.000 Vögel gezählt.