Einsatz für die Vielfalt

Viele einzigartige Landschaften in Nieder­österreich sind auf eine regelmäßige Pflege angewiesen. Das Schutz­gebiets­netzwerk NÖ ist hier ein wichtiger Partner für den Naturschutz.

Fehlt die Nutzung, verschwinden seltene Arten

Wertvolle Naturgüter sind durch das Fehlen der extensiven Landnutzung bedroht. Wiesen verlieren durch Verbuschung ihren ursprünglichen Charakter. Artenreiche Standorte in der Kulturlandschaft gehen verloren. Mit ihnen verschwinden auch seltene Tier- und Pflanzenarten, die an diese Lebensräume angepasst sind.

Artenvielfalt durch Pflege

Zentrale Aufgabe des Naturschutzes ist daher die Erhaltung der letzten wilden Ecken in unserer landwirtschaftlich intensiv genutzten Kultur­landschaft. Ungedüngte Trockenrasen, Wiesenböschungen, Ackerraine oder Hecken sind oft die einzigen Rückzugsräume für wildlebende Pflanzen und Tiere. Die Pflegeaktionen im Schutzgebietsnetzwerk sollen dabei helfen und gleichzeitig Bewusstsein für die Wichtigkeit dieser Maßnahmen schaffen. Die anstrengenden Arbeiten in schwierigem Gelände können oft nur händisch durchgeführt werden. Immer öfter finden sich auch freiwillige Helfer, die aktiv für den Schutz der Natur mitmachen wollen.

Mostviertel - ein Hotspot der Artenvielfalt

Im Zentrum der Schutzgebietsbetreuung im Mostviertel stand heuer die Pielach. Im glasklaren Wasser findet sich das  bedeutendste Vorkommen des Huchens in Niederösterreich. Besonders der Unterlauf ist eines der wichtigsten Brutgebiete des Eisvogels und die angrenzenden Hangwälder bieten zudem gute Brutmöglichkeiten für den Schwarzstorch. In drei Naturschutzgebieten an der Pielach fanden 2018 insgesamt zehn  Pflegeeinsätze statt. 40 Personen haben in rund 1.600 Arbeitsstunden eine Fläche von fast 30.000 Quadratmetern gepflegt. Mit einem weiteren Einsatz von Freiwilligen wurden im Europaschutzgebiet Strudengau-Nibelungengau naturschutzfachlich hochwertige Flächen händisch gepflegt.

Industrieviertel - reich an wertvollen Trockenrasen

Im Europaschutzgebiet Hundsheimer Berge werden regelmäßig mit großem Erfolg Landschaftspflegeeinsätze durchgeführt. Die Pflegewochen in den Hainburger Bergen sind seit 2014 ein fixer Bestandteil der Schutzgebietsbetreuung in NÖ. Der erfolgreiche Start in die Pflegesaison 2018 erfolgte mit einem Einsatz auf der Königswarte in der Gemeinde Berg.  Mit Unterstützung von 16 HelferInnen und Helfern wurden wertvolle Trockenrasenflächen mit Motorsensen gemäht und aufkommende Gehölze geschwendet. Bei den neun Pflegeeinsätzen im Industrieviertel haben sich 70 Personen in 312 Arbeitsstunden für die Erhaltung von rund 5.800 Quadratmetern wertvoller Kulturlandschaft in den Europaschutzgebieten Hundsheimer Berge und Feuchte Ebene – Leithaauen eingesetzt.

Internationale Kooperation für das Weinviertel

Schon Tradition hat das im September stattgefundene Greenbelt-Workcamp des Naturschutzbundes NÖ in Poysdorf. Elf TeilnehmerInnen aus Mexiko, Russland, Irland, Slowenien, Deutschland und Österreich halfen bei der Pflege der Trockenrasen im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone mit. Gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung, lokalen Vereinen und den Gemeinden wurden Büsche zurückgeschnitten, Schwendungsarbeiten durchgeführt und Neophyten entfernt. Beim letzten von insgesamt 23 Pflegeeinsätzen des Jahres im Weinviertel pflegten elf Personen, darunter Vertreter der Gemeinde, Grundeigentümer und Mitglieder der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft, im Naturschutzgebiet Zeiserlberg in Ottenthal den Lebensraum für den seltenen Tatarischen Meerkohl. Im Weinviertel wurden im Jahr 2018 acht Freiwilligen-Pflegeeinsätze mit insgesamt 115 TeilnehmerInnen veranstaltet.

Tierische Helfer im Waldviertel

Ein Pflegeeinsatz der besonderen Art läuft im Waldviertel. Acht asiatische Wasserbüffel bezogen im Juni ihre neue Heimat an der Lainsitz. In der Nähe von Gmünd befinden sich die größten Auwiesen im Waldviertel. Der Fluss kann hier weitgehend ungehindert durch die Landschaft fließen und die extensiv bewirtschafteten Wiesen überschwemmen. Mit dem Projekt wird ein weiterer Schritt für die Erhaltung dieser einzigartigen Wiesen gesetzt. Die Büffel sind besonders gut an das Leben auf einem Untergrund mit extremer Bodennässe angepasst und sollen die nicht mehr bewirtschafteten Feuchtflächen beweiden.

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