Ein kleines Stück Naturwunder

In der Bodenbündnis-Gemeinde Litschau fand eine Wanderung entlang des Reißbaches statt.

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Schmied Willi Ernszt, KLAR!-Managerin Gudrun Blach, Doris Maurer, Vizebürgermeister Johannes Heißenberger und Angelika Schöbinger-Trauner von der eNu

65 TeilnehmerInnen waren der Einladung von Regionsmanagement und Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ zur Wanderung im Ortsteil Gopprechts gefolgt. Im Zentrum stand mit dem Reißbach einer der naturbelassensten Bäche des Waldviertels, der durch das Europaschutzgebiet Waldviertler Teich-, Heide- und Moorlandschaft mäandriert.

Was lebt im Bach und auf der Wiese?

Gemeinsam mit seinen Feuchtwiesen stellt der Urgesteinsbach einen bedeutsamen Rückzugsort für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt dar. Unter fachlicher Begleitung von Angelika Schöbinger-Trauner von der Schutzgebietsbetreuung Waldviertel wurden Bach und Feuchtwiese samt ihrer Lebewelt wie etwa Grüne Keiljungfer, Sumpfschrecke oder Fischotter vorgestellt. Betont wurde der hohe Wert naturbelassener Gewässer etwa für Libellen, die hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Rund zehn Kinder, die an der Wanderung teilnahmen, erhielten Naturland NÖ-Becherlupen und machten sich sogleich auf die Suche nach Schnecken, Schrecken und anderen Insekten.

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Die Kinder hatten einen Riesenspass beim Erkunden von Bach und Feuchtwiese.

Landschaftspflege sorgt für Artenvielfalt

Entlang der Route befanden sich viele ehemals gepflegte Feuchtwiesen, die Teil einer uralten Kulturlandschaft sind. Früher als Streuwiesen genutzt, werden viele dieser Flächen nicht mehr benötigt und fallen daher aus der Nutzung. Die Verbrachung sorgt dafür, dass die Nährstoffe auf der Fläche bleiben und die Artenvielfalt verringert wird. Arten wie das Rohrglanzgras beginnen dann, die Wiesen zu dominieren. Daher ist die Schutzgebietsbetreuung NÖ bemüht, gemeinsam mit  PartnerInnen vor Ort ein regelmäßiges Pflege- und Managementkonzept zu entwickeln.

Natur als Versicherung gegen den Klimawandel

Ein großes Thema der Wanderung stellte der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und Klimawandel dar. So wurde den TeilnehmerInnen bewusst gemacht, welche positiven Funktionen regelmäßig bewirtschaftete Wiesenflächen in Zeiten des Klimawandels erbringen, etwa die Verringerung von Erosion, die bessere Durchwurzelung des Bodens oder die Grundwasserneubildung. Der Fluss mit seiner Wiesenlandschaft dient als wertvolles Rückhaltebecken bei Starkregenereignissen. In Hitzeperioden kann das Kleinklima durch Verdunstung aus dem Feuchtgebiet verbessert werden.

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Rund 65 Personen nahmen an der Wanderung am Reißbach bei Gopprechts teil.

Abschluss in der Alten Schmiede

Als Abschluss der Wanderung wurde die alte Schmiede in Gopprechts besucht. Beim Schauschmieden erläuterte der Schmied Willi Ernszt das alte Handwerk. Die Wanderung wurde fachlich begleitet im Rahmen des Projekts „Bodenschutz, Biodiversität und ihr Beitrag zur Klimawandelanpassung in NÖ Naturland-Gemeinden“, einem gemeinsamen Projekt der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ und der NÖ Agrarbezirksbehörde, finanziert vom NÖ Landschaftsfonds.