Die Mistel – eine ganz besondere Pflanze

Um die Mistel ranken sich zahlreiche Geschichten. Aber sie ist nicht nur dekorativer Weihnachtsschmuck, sondern auch wertvolle Heilpflanze.

Misteln sind einfach an den weißen Beeren und dem nestartigen Wachstum erkennbar.

Die Mistel hört auf den wissenschaftlichen Namen Viscum album und gehört zu den Sandelholzgewächsen. Typisch ist ihr Vorkommen hoch oben in Laub- und Nadelbäumen. Die Mistel ist ein sogenannter Halbschmarotzer. Sie dringt mit ihren Wurzeln in die Leitungsbahnen der Wirtspflanze ein und entzieht ihr so Wasser und Mineralsalze. Normalerweise wird die Wirtspflanze dadurch nicht geschädigt.

Eine besondere Planze

So keimt die Mistel im Licht und nicht wie andere Pflanzen in der Erde. Die durchscheinend weißen Früchte entwickeln sich im Winter und sind giftig. Sie werden von Vögeln auf andere Pflanzen übertragen. Die ersten Blüten tragen die Misteln erst mit ca. 5 Jahren.

Misteln wachsen langsam

Die auffallende kugelförmige Wuchsform beruht auf dem in alle Richtungen gleichen Wachstum, ungeachtet des Einfalls des Sonnenlichts. Dadurch hat die Mistel auch Namen wie Hexenbesen, Donnerbesen oder Hexennest erhalten. Das Wachstum geht sehr langsam vor sich. Exemplare mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern sind im Schnitt etwa 30 Jahre alt.

In der Medizin spielt die Mistel bis heute eine Rolle

Im Mittelalter setzte man Extrakte aus den grünen Pflanzenteilen gegen Geschwüre, Ohrenschmerzen, Fallsucht, Schwindel und Vergiftungen ein. Auch die Fruchtbarkeit von Menschen und Tieren sollte sie steigern. Der berühmte Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp schwor bei Kreislaufstörungen auf Mistelmedizin. Als blutdrucksenkende Mittel werden heute noch Blätter und Zweige der Mistel als Tee verabreicht. Sogar zur zusätzlichen Behandlung von Krebs verwenden anthroposophische Ärzte Mistelpräparate.

Traditionelle Weihnachtsdekoration

Da die dekorativen weißen Beeren im Dezember reif werden, holen sich viele Menschen die Mistel in das weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer. Wohl jeder kennt den Brauch, Mistelzweige über der Eingangstür aufzuhängen und ein Mädchen, das zufällig im Raum ist, zu küssen. Der Brauch soll angeblich Glück bringen, und das nicht nur in der Liebe…

Mehr als nur Weihnachtsschmuck

Doch mit der Mistel verbinden wir auch andere Mysterien. Schon in alten Zeiten sollte diese Pflanze böse Geister, Blitzschlag und Feuer von Haus und Hof abhalten oder mithelfen, Schlösser zu öffnen und Schätze zu finden. Besondere Bedeutung hat die Mistel in der germanischen Mythologie. Und nicht zuletzt verleiht die Mistel in einem ganz besonderen Zaubertrank den Bewohnern eines kleinen gallischen Dorfes übermenschliche Kräfte im Kampf gegen die Römer.

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