Der erste Schwarzstorch ist da

Mit dem Frühling kehrt auch der seltene Schwarzstorch wieder in den Nationalpark Thayatal zurück. Den Winter hat er in Afrika verbracht.

Schwarzstorch fliegend

Der erste Schwarzstorch ist nach einer langen Reise aus seinem afrikanischen Winterquartier im Nationalpark Thayatal eingetroffen.

Seit Jahrzehnten lebt der Schwarzstorch im Thayatal bei Hardegg. Der scheue Waldbewohner brütet bevorzugt in ruhigen, unzugänglichen Seitentälern. Die naturnahen Wälder entlang der Thaya bieten geeignete Horstbäume und ausreichend Nahrung für die Aufzucht seiner Jungen. Nun ist der erste Schwarzstorch zurückgekehrt.

Vorbote des Frühlings

Der grenzüberschreitende Nationalpark Thayatal-Podyjí beherbergt sechs bis sieben Schwarzstorch-Reviere. In Österreich leben rund 150 bis 300 Brutpaare. Schwarzstörche führen zumeist eine monogame Beziehung und kehren immer wieder in ihr Brutrevier zurück. Die Horstplätze werden häufig auch gewechselt. Schwarzstorchpaare verbringen den Winter voneinander getrennt. Sie treffen sich nach einer über ein halbes Jahr andauernden „Beziehungspause“ wieder am Horstplatz. Zumeist kommen die Männchen etwas früher zurück und warten auf das Weibchen. Nach der Rückkehr der Partner beginnt das Paarungsverhalten mit eindrucksvollen Schauflügen, die man nahe der Horstplätze beobachten kann.

Den Winter verbringt der Schwarzstorch in Afrika

Da im Winter nicht genug Nahrung zur Verfügung steht, begeben sich die Tiere Ende August auf die Reise in ihre Winterquartiere. Das Thayatal liegt im Bereich der Europäischen Zugscheide, welche Westzieher, die über Gibraltar nach Westafrika fliegen, von jenen trennt, die über den Bosporus und den Sinai bis zum Nil oder weiter in den Sudan fliegen. Ein kleiner Teil der Westzieher fliegt auch über Süditalien und Sizilien oder über den Balkan in die afrikanischen Winterquartiere.

Diese Route ist zwar kürzer, wird aber aufgrund der fehlenden Thermik über der längeren Mittelmeerstrecke weniger genutzt. In Tschechien wurde ein Schwarzstorch-Paar beobachtet, bei dem das Weibchen nach Westafrika und das Männchen nach Ostafrika geflogen ist. Auch die Jungtiere suchen unabhängig von den Elternvögel ihr Winterquartier auf. Die Altvögel sind ab Juni intensiv mit der Nahrungsversorgung der Jungtiere beschäftigt. Die Tiere können in Hardegg häufig beim Überflug beobachtet werden. Mitunter sieht man sie auch von der Thayabrücke aus beim Fischen in der Thaya.