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Darf ich in der niederösterreichischen Natur meine Angel auswerfen?

Ja, aber nur mit gültiger Fischerkarte und Lizenz.

Wer in Niederösterreich seine Angel auswerfen will, braucht neben einer gültigen Fischerkarte oder einer Fischergastkarte auch einen amtlichen Lichtbildausweis und eine entsprechende Lizenz für das jeweilige Revier. Daneben sind auch noch Schonzeiten für bestimmte Fischarten einzuhalten und die Vorgaben des Naturschutzgesetzes zu beachten.

Das sagt das Gesetz

Vor Beantragung einer Fischerkarte muss man einen entsprechenden Kurs absolvieren. Darin werden die für die Ausübung des Fischfangs erforderlichen rechtlichen, theoretischen und praktischen Kenntnisse vermittelt. Mit dem Nachweis dieses Kurses kann man beim Landesfischereiverband eine Fischerkarte beantragen.

Gastkarten werden nur für Fischereiausübungsberechtigte ausgestellt und können von diesen an Gäste weitergegeben werden. Gastkarten gelten für einen Zeitraum von 30 Tagen. Auch Kinder zwischen sieben und 14 Jahren benötigen zum Fischen in Niederösterreich eine Lizenz und dürfen nur unter Aufsicht einer volljährigen Person fischen, die gültige Fischereidokumente mit sich führt. Mit der Lizenz erwirbt man vom Fischereiberechtigten die privatrechtliche Erlaubnis, in seinem Revier zu fischen.
Lizenzen können als Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreskarten ausgestellt sein. In diesen Lizenzen können zusätzlich zu den landesweiten rechtlichen Rahmenbedingungen auch Bestimmungen etwa über Schonzeiten oder Brittelmaße festgelegt sein. Unter Brittelmaß versteht man die Mindestlänge, unter der gefangene Fische nicht entnommen werden dürfen. In Niederösterreich sind zurzeit 63 Fischarten mit Schonzeiten und Brittelmaßen erfasst. 20 Arten sind ganzjährig geschont.

Fischen im Naturland NÖ

Das Fischen ist grundsätzlich auch in Naturschutzgebieten und in Nationalparken erlaubt. Es gelten allerdings in diesen Schutzzonen andere Rahmenbedingungen. Besondere Bedeutung kommt dem NÖ Naturschutzgesetz, mit besonderem Augenmerk auf den Artenschutz, zu. In den einzelnen Gebieten werden von den jeweiligen Verwaltungen aber auch individuelle Bestimmungen herausgegeben. Die Vergabe von Lizenzen liegt auch in Schutzgebieten bei den jeweiligen Revierbesitzern.


Im Nationalpark Donau-Auen regelt ein Managementplan nicht nur die erlaubten Fanggeräte und Köder, sondern auch Art und Größe der Fische und den Zeitpunkt des Fangs. So sind nur die 16 häufigsten Arten zum Fang freigegeben. Weitere Vorgaben gibt es zu den maximalen Tages- und Jahresfängen und bezüglich der Zufahrt zu den Revieren. Bei der Vergabe der Reviere wird auf naturschutzfachliche Kriterien besonders Rücksicht genommen. Wichtige Laichzonen und Gebiete für Jungfische werden ebenso geschont wie Bereiche mit Vorkommen seltener Arten wie etwa dem Hundsfisch, der Europäischen Sumpfschildkröte oder dem Eisvogel. Darüber hinaus ist das Fischen in der Nacht verboten. Auch der grundsätzlich im Fischereigesetz vorgeschriebene Besatz wird im Nationalpark nicht durchgeführt.


Große Bemühungen um eine naturkonforme Fischerei gibt es auch im Nationalpark Thayatal. Hier besitzt die Nationalparkverwaltung die Fischereirechte an der gesamten Thaya im Nationalpark und an der Fugnitz. In drei von fünf Fischereirevieren wurde das Fischen bereits eingestellt.

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