„Cliffhanger“ in den Ötschergräben

Nach drei Jahren Vorbereitungszeit und 13 Jahre nach dem ersten Entwurf wurde nun das Projekt „Cliffhanger“ eröffnet.

Ötschergräben

So kennen Wanderer und Naturliebhaber die Ötschergräben.

Wanderer in den Ötschergräben werden staunen, wenn sie plötzlich hoch oben in einer Steilwand neben dem Mirafall eine Geschäftsfassade mit der Beschriftung „Tourist Information“ entdecken, an einer Stelle, die eigentlich nur für Kletterer erreichbar ist.

Natur wird zur touristischen Kulisse

Mit spektakulären künstlerischen Mitteln werden die Eroberung der Landschaft und das beständige Ausbreiten von Zivilisationsgrenzen visualisiert. Der Massentourismus, der in den letzten Jahren oft Städte und Regionen zu Kulissen für ihre Besucher verkommen ließ und deren Bewohner zu Statisten ihres eigenen Umfeldes machte, ist nun selbst durch das Corona-Virus angeschlagen.

Kunst und Natur

In Zusammenarbeit mit den Medienkünstlern Sylvia Eckermann und Gerald Nestler wurde ein Parcours entwickelt, der vom der Naturparkzentrum Ötscher-Basis über ein historisches Wasserkraftwerk zum Mirafall führt. Der Parcours enthält Kunstelemente, Interviews und Kommentare. Daraus entstand ein Film, aus dem Sequenzen mit Hilfe von QR-Codes während der Wanderung im Naturpark Ötscher-Tormäuer für die Besucher jeweils an den Drehorten anzusehen sind.

Ötscher-Region noch kaum beeinflusst

Die radikale Vorgangsweise in Erholungsgebieten, oft auf Kosten der örtlichen Bevölkerung und der Natur, scheint zumindest unterbrochen zu sein. Die Ötscher-Region ist ein Gebiet, die von diesen negativen Entwicklungen bisher weitgehend verschont geblieben ist. So kann das Projekt als Warnung oder als Mahnmal verstanden werden, zukünftig nachhaltiger und sensibler mit der Umwelt umzugehen.

Cliffhanger

Mit spektakulären künstlerischen Mitteln werden die Eroberung der Landschaft und das beständige Ausbreiten von Zivilisationsgrenzen visualisiert.

Künstlerkollektiv bürgt für Überraschungen

Hinter „Cliffhanger“ steckt das Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber. Viele ihrer Projekte sorgen für große Aufmerksamkeit. Ihre Kunst ist oft nicht gleich als solche zu erkennen und profitiert vom Überraschungsmoment. Ihre Skulpturen und Objekte platzieren sie gerne an unmöglich scheinenden Orten. Sie visualisieren aktuelle gesellschaftliche Sachverhalte. Unser Umgang mit Natur und die Frage, wem der öffentliche Raum gehört, sind immer wieder neu formulierte Themen.