Büffel-Land Waldviertel

Acht asiatische Wasserbüffel werden an der Lainsitz zur Pflege der Offenlandflächen im Naturschutzgebiet eingesetzt.

Die asiatischen Wasserbüffel können ab sofort das Naturschutzgebiet Lainsitzniederung ihre Heimat nennen.

Ausgehend von der Vorbereitung und Projektplanung im Schutzgebietsnetzwerk 2016 konnten nun im Naturschutzgebiet "Lainsitzniederung" Weiden errichtet und Wasserbüffel angesiedelt werden. Vor über 500 BesucherInnen wurde mit einem Fest unter dem Motto „Wilder Fluss & sanfte Büffel“ am 9. Juni 2018 die Weide offiziell eröffnet.

Das Naturschutzgebiet „Lainsitzniederung“ im nordwestlichen Waldviertel ist geprägt von der Lainsitz. Der Fluss kann hier in Schlingen (Mäander) ungehindert durch die Landschaft fließen und die extensiv bewirtschafteten Wiesen überschwemmen. Durch diese Flussdynamik entstehen vielfältige Naturlandschaften, die wiederum zahlreichen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen. Die Lainsitzniederung liegt im Ramsargebiet „Waldviertler Teiche, Moore und Flußlandschaften“ und im Europaschutzgebiet „Waldviertler Teich-, Heide-, Moorlandschaft und Waldviertel".

Hot spot der Biodiversität

Die Lainsitzniederung zählt zu den bedeutendsten Brutgebieten von Wasservögeln. Aber auch viele Schmetterlings- und Libellenarten finden ein Zuhause. Außerdem liegt hier das Kerngebiet der österreichischen Fischotterpopulation. Durch die Verbindung zu den tschechischen Tierbeständen erhält diese Landschaft europäische Bedeutung.

Tierische Landschaftspfleger

Mit dem Projekt „Wasserbüffel“ wird ein weiterer Schritt für die Erhaltung dieser einzigartigen Wiesen gesetzt. Die Tiere sollen in ihrer Funktion als Landschaftspfleger nicht mehr bewirtschaftete Feuchtflächen, im Ausmaß von rund 12 Hektar, beweiden. Die Büffel sind besonders gut an das Leben auf einem Untergrund mit extremer Bodennässe angepasst.

Profitieren wird davon zum einen der Artenreichtum der Wiesen, weil viele Arten die offene Landschaft brauchen. Ein Gewinn ist das Projekt aber auch für den Hochwasserschutz. Die Landschaft wird von zu starkem Bewuchs freigehalten und kann damit wichtige Aufgaben beim Rückhalt von Niederschlagswasser übernehmen.

Mehwert für regionalen Tourismus

Darüber hinaus sollen die friedlichen Riesen die neuen Publikumslieblinge im Waldviertel werden und sich neben dem nahe gelegenen Naturpark Blockheide zu einer weiteren Attraktion entwickeln. Langfristig ist daran gedacht, das Fleisch der Büffel als regionale Spezialität etwa in der Gastronomie zu vermarkten.  Mit dem regionalen Biohof Altmann-Kunes konnte ein starker Partner mit langjähriger Erfahrung in der biologischen Freilandhaltung von Rindern für die Umsetzung gewonnen werden.

Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt aus Mitteln der Europäischen Union, dem Land Niederösterreich und der Stadtgemeinde Gmünd. Die Projektleitung liegt beim Ingenieurbüro für Biologie und Ökologie von Mag. Axel Schmidt. Die Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) war im Rahmen des Schutzgebietsnetzwerkes an einem Projekt zur Erhebung möglicher Maßnahmen im Gebiet der Blockheide beteiligt.

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