Bodenverbrauch muss gestoppt werden

Österreichs Bodenverbrauchsziel für 2022 wurde am 21. März überschritten. WWF fordert einen Bodenschutz-Vertrag mit verbindlicher Obergrenze.

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Enormer Verbrauch, Versiegelung und Klimawandel machen unseren Böden zu schaffen.

Mit diesem Tag wurde in Österreich statistisch gesehen das offizielle Ziel von maximal 2,5 Hektar Bodenverbrauch pro Tag für das gesamte Jahr 2022 bereits überschritten. Vor 20 Jahren hat die Bundesregierung beschlossen, den Bodenverbrauch zu begrenzen und seit 20 Jahren wird diese Grenze konsequent überschritten.

11,5 Hektar Boden gehen pro Tag verloren

Jeden Tag werden in Österreich durchschnittlich 11,5 Hektar Boden verbraucht – das ist mehr als vier Mal höher als das offizielle Nachhaltigkeitsziel. Die Naturschutzorganisation WWF Österreich kritisiert, dass der Bodenverbrauchs-Tag nach nicht einmal drei Monaten erreicht wurde. Den Rest des Jahres bauen wir auf Kosten der Natur. Der WWF fordert, dass die Bodenschutz-Strategie, die unter Leitung des Landwirtschaftsministeriums ausgearbeitet und im Herbst 2022 von Bund, Ländern und Gemeinden beschlossen werden soll, eine verbindliche Obergrenze für den Flächenfraß und einen konkreten Maßnahmenkatalog beinhaltet.

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WWF Österreich fordert verbindliche Obergrenzen für den Bodenverbrauch.

WWF fordert verbindliche Obergenzen

Der hohe Bodenverbrauch befeuert nicht nur die Klimakrise und das Artensterben, sondern gefährdet auch die langfristige Ernährungssicherheit. Seit der Einführung des Nachhaltigkeitsziels von 2,5 Hektar ist der Flächenfraß fast dreimal so schnell gewachsen wie die Bevölkerung. Insgesamt hat die Politik ihr selbst gestecktes Ziel in den letzten 20 Jahren um rund 45.000 Hektar verfehlt. Das ist mehr als die Fläche Wiens. Da die Verbauung bereits so weit fortgeschritten ist, sollte das Nachhaltigkeitsziel nach Einschätzung des WWF wesentlich ambitionierter ausfallen und der Bodenverbrauch bis 2030 auf maximal 1 Hektar pro Tag reduziert werden.

Boden: verbraucht und versiegelt

Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als den Verlust biologisch produktiver Böden durch Verbauung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen. Knapp die Hälfte davon (41 Prozent) wird versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht überzogen.