Baum der Zukunft

Im Nationalpark Thayatal wird Wald in seinen Urzustand rückverwandelt. Forscher suchen dort nach klimafitten Baumarten.

Thayatal

In einem Projekt im Nationalpark Thayatal wird der klimafitte Baum der Zukunft gesucht.

Traubeneichen sind der wichtigste Teil eines wissenschaftlichen Projekts namens "Terz", das einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Wälder leisten könnte. Standort für die zukunftsweisenden Forschungen ist der Nationalpark Thayatal.

Thayatal, Eiche, Ressource und Zukunft

"Terz" steht für Thayatal, Eiche, Ressource und Zukunft. Experten des Bundesforschungszentrums für Wald und des Instituts für Holztechnologie der Universität für Bodenkultur haben nämlich herausgefunden, dass die Traubeneiche besonders gut an heiße und trockene Umweltbedingungen angepasst ist. Aus 400 Bäumen dieser Art werden nun 100 ausgewählt, die am besten mit den trockenen Bedingungen zurechtkommen.

Die 100 fittesten Eichen kommen weiter

Die Eicheln dieser 100 Bäume werden im Herbst gesammelt, in Pflanzgärten gezogen und für die Forstwirtschaft nutzbar gemacht. In drei bis vier Jahren sind die Jungbäume dann bereit für den Einsatz in der Forstwirtschaft. Die klimageeichten Eichen sollen die existenzbedrohenden Auswirkungen von Klimawandel und Borkenkäfer mildern.

Natur hat Vorrang

Die Kernidee des Nationalparks Thayatal besteht darin, die Natur Natur sein zu lassen. Fast die Hälfte aller Gefäßpflanzen Österreichs findet in der grünen Wildnis einen Lebensraum. Der geologisch vielfältige Untergrund aus Granit, Gneis und Kalksilikaten ist wichtig für zahlreiche Orchideenarten, die hier wachsen. Seltene Tierarten wie Schwarzstorch, Smaragdeidechse und Wildkatze streifen durch die ausgedehnten Wälder.

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch ist eine der vielen seltenen Tierarten, die im Nationalpark noch zu finden sind.

Alte Kulturlandschaft

Das Thayatal ist eine seit Jahrhunderten genutzte Kulturlandschaft. Die Baumbestände wurden seit dem Mittelalter intensiv genutzt. Mit der Gründung des Nationalparks vor 20 Jahren hat hier die Natur das Sagen.  An der Grenze zwischen dem rauen Klima im Waldviertel und dem kontinental beeinflussten pannonischen Klima des Weinviertels entstand hier auf etwas mehr als 13 Quadratkilometern eine beeindruckende Artenvielfalt. Auf nur 0,09 Prozent der Fläche Österreichs sind 44 Prozent aller heimischen Pflanzenarten vertreten.