Auenwildnis geht über Ziellinie

Das erfolgreiche LIFE+-Projekt in der Wachau zwischen Rührsdorf und Rossatz feierte seinen Abschluss.

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Ein wichtiger Handlungsort des Projekts LIFE+ Auenwildnis Wachau war der Pritzenauer Arm.

Nach sieben Jahren Gewässervernetzung, Uferrückbau, Auwald-Aufforstung und vielfältiger Artenschutzmaßnahmen ist das von der EU geförderte Projekt LIFE+ Auenwildnis Wachau zu Ende gegangen. Damit erhielt eine einzigartige Flusslandschaft ihren Feinschliff.

Eindrucksvolle Zahlen für mehr Artenvielfalt

Im Projekt wurden 300.000 Kubikmeter Schotter und Erdreich bewegt, 5.000 Schwarzpappeln gepflanzt, ein 1.600 Meter langer Nebenarm mit der Donau vernetzt und rund 50 neue Tümpel für Amphibien geschaffen. Die Projektpartner viadonau, Verein Welterbegemeinden Wachau-Dunkelsteinerwald und Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf haben damit wichtige Ziele zur nachhaltigen ökologischen Entwicklung einer der schönsten Flusslandschaften Europas erreicht. Mit der Ausweisung des Naturschutzgebiets Schönbühler Insel und dem Naturschutzgebiet Pritzenau bekommt die Wachau 50 Hektar Auenwildnis-Naturschutzgebiet dazu.

Die Natur darf frei gestalten

Die Kunst der Renaturierung an der Donau ist es, die Leinwand zu bereiten, auf der die eigentliche Künstlerin – die Natur – wieder aus eigener Kraft gestalten darf. Das LIFE+ Auenwildnis Wachau setzte dabei auf ineinandergreifende, ganzheitliche Maßnahmen, die sämtliche ökologischen Aspekte eines vielfältigen Flusslebensraums miteinbeziehen. Damit wurden optimale Rahmenbedingungen für eine natürliche Entwicklung der Flusslandschaft zwischen der Venediger Au bei Rührsdorf und der Schopperstatt bei Rossatz geschaffen.

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Zum Abschluss von LIFE+ Auenwildnis Wachau entließen Kinder aus der Region Sterlets in einen Nebenarm, um den Bestand weiter zu stärken.

NÖ ist konstruktiver Partner bei Naturschutzprojekten

Das Land NÖ ist als Kofinanzierer seit vielen Jahren konstruktiver Partner von Projekten wie LIFE+ Auenwildnis Wachau und zeigt, wie wichtig es ist, die Flusslandschaft der Donau in Österreich nachhaltig ökologisch aufzuwerten. „Gerade heute, da für viele Menschen Naturschutz auch die Verbesserung des eigenen Lebensraums und der Lebensqualität bedeutet, muss uns zugleich bewusst sein, dass mit der Stärkung der ursprünglichen Flussnatur und Biodiversität dem Klimawandel ein Stück weit entgegengewirkt werden kann. Die Bedeutung von Projekten wie LIFE+ Auenwildnis Wachau kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Die Maßnahmen auf einen Blick

Im Zentrum des Projekts stand die Wiederanbindung des Schopperstatter Nebenarms an die Donau. Hier können sich nun wieder natürliche Flach- und Steilufer und natürlicher Auwald herausbilden. Durch die ganzjährige Anbindung des 1,6 Kilometer langen Nebenarms und die Schaffung von abwechslungsreichen Uferstrukturen entstehen Jungfischhabitate und Wintereinstände für strömungsliebende Fische wie Barbe, Hasel, Huchen, Nase und Nerfling.

Neue Naturufer für seltene Vogelarten

Die Anbindung des Nebenarms fördert die Entstehung dynamischer Standorte, wie etwa in der Pritzenau, an denen sich nun rund 5 Hektar neue Weiche Au entwickeln können. Durch Pflanzung von rund 10,5 Hektar Auwald auf ehemaligen Obstplantagen entsteht zudem auch Harte Au. Durch Uferrückbau und Vorschüttungen entstanden neue Kiesufer, Steilufer und Weidensukzessionen. Insgesamt weist das Projektgebiet nun 4,2 Kilometer neue Naturufer auf, die Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Eisvogel und Uferschwalbe wieder jene Lebensräume bieten, die sie brauchen.

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Beim Abschluss des LIFE+-Projekts in Rührsdorf: Hans-Peter Hasenbichler (viadonau GF), Erich Polz (BGM Rossatz), Magnus Brunner (damals BMK), Karl Gravogl (NÖ Fischer), Stephan Pernkopf (NÖ LH-Stv)

Unerwünschte Einwanderer wurden entfernt

LIFE+ Auenwildnis Wachau steht aber auch für die Entwicklung und den Schutz einer donautypischen Aulandschaft. Es galt daher, invasive Pflanzenarten zurückzudrängen, damit heimische geschützte Arten wieder Entfaltungsräume vorfinden. So wurden rund 20.000 Eschenahorn und Robinien geringelt, der Japanische Staudenknöterich entfernt und Springkraut gemäht.

Tümpel und alte Bäume für neues Leben

Amphibien sind empfindliche Aubewohner. Ihre Bestände waren in der Wachau stark zurückgegangen. Rund 50 neue Tümpel und Laichgewässer sorgen für gute Lebens- und Fortpflanzungsbedingungen für Unke, Donau-Kammmolch und Co. Viele Arten finden ihre ökologische Nische in totem Holz und alten Bäumen. Horst- und Höhlenbäume wurden daher erhalten und Totholz im Bestand gelassen. Neben Nisthilfen für Fledermäuse wurden auch Kunsthorste für den Seeadler errichtet. Sie sollen das stolze Wappentier, das bereits ein gern gesehener Wintergast ist, ganzjährig in die Wachau locken, wo es dank LIFE+ Auenwildnis Wachau nun beste Lebensbedingungen vorfindet.