Artenschutz im Museum

Im Naturhistorischen Museum Wien gibt es einen neuen Bereich zum Thema Artenschutz.

Die Artenschutzvitrine im Naturhistorischen Museum in Wien.

Die neu gestaltete Vitrine ist nach dem Ende des Lockdowns für Besucherinnen und Besucher zu sehen.

(19.01.2021/ MF) Eine neu gestaltete Vitrine im Naturhistorischen Museum in Wien behandelt die Thematik des Artenschutzes von Reptilien. Schlangen und andere Kriechtiere werden immer noch zur Gewinnung von Leder verwendet.

Schlangenleder wird noch immer importiert

Häufig handelt es sich dabei um Wildfänge , obwohl die meisten Schlangenarten streng geschützt sind. Der neue Ausstellungsbereich soll zur Aufklärung über den Schutz dieser Arten beitragen. Reptilien-Leder hat wieder an Beliebtheit gewonnen. Viele Designer verwenden Schlangenleder für Gürtel, Taschen oder Schuhe. In den letzten 15 Jahren wurden zu diesem Zweck mehrere Millionen Häute und Hautstücke in die EU importiert.

Tigerpythons sind stark gefährdet

Alle in der Vitrine ausgestellten Schlangenleder-Produkte wurden vom österreichischen Zoll beschlagnahmt oder stammen aus Nachlässen und sind so an das Naturhistorische Museum Wien gekommen. Neben unterschiedlichen Schlangenlederprodukten ist ein dunkler Tigerpython in der Vitrine zu sehen. Die kommerzielle Ausbeutung des Tigerpythons für die Lederindustrie hat in zahlreichen Ländern in Südostasien einen starken Rückgang der Bestände bewirkt.

Bewusstsein schaffen für Reptilienschutz

Die neu gestaltete Vitrine ist seit Mitte Jänner 2021 im Saal 27 ausgestellt und nach dem Ende des Lockdowns für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Damit soll auf die Belange des Schutzes von Reptilien und speziell Schlangen hingewiesen werden. Der fünf Meter lange Tigerpython aus Java befindet sich schon seit ca. 1900 in der Sammlung des NHM Wien. Die Herpetologische Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien umfasst etwa 226.000 Präparate.