Artenschutz hilft gegen Viren

Das Corona-Virus wurde vermutlich von Tieren auf den Menschen übertragen. ForscherInnen warnen vor einer Zunahme der Gefahr durch das Artensterben.

Virus

Viren sind erfinderisch. Sie zwingen die Wirtszellen dazu, neue Viruszellen zu produzieren.

Ganz geklärt ist die Herkunft von SARS-CoV-2, also dem Corona-Virus noch nicht. Eine Spur führt auf einen Wildtier-Markt in China. Sehr ähnliche Viren kennen wir von Fledermäusen. Ob die flatternden Säuger den Erreger allerdings direkt auf den Menschen übertragen haben oder dazwischen noch ein tierischer Wirt war, ist unklar.

Viren kopieren sich selbst

Viren sind sehr kreativ, wenn es um ihre Vermehrung geht. Hat ein Virus einen geeigneten Wirt gefunden, zwingt er die Wirtszellen, neue Zellen des Virus zu produzieren. Diese Kopien befallen andere Zellen und machen den Wirtsorganismus krank. Die typischen Strukturen an der Oberfläche eines Virus kennen wir von mikroskopischen Aufnahmen. Sie funktionieren ähnlich wie ein Schlüssel. Passt der Schlüssel, können Viren in eine Wirtszelle eindringen. Eine Übertragung auf einen Wirt mit einem "falschen" Schloss ist normalerweise nicht möglich.

Kleine Fehler mit großer Folge

Macht eine Wirtszelle hingegen beim Kopieren einen Fehler, ändern sich die Schlüssel der Viren. Plötzlich passen sie zufällig bei anderen Arten. Krankheiten, die eigentlich nur bestimmte Tiere befallen, können so auch auf den Menschen übertragen werden. Die Wissenschaft nennt diese neuen Krankheiten auch Zoonosen. ForscherInnen sehen hier einen Zusammenhang zum Artensterben.

Artenschutz verhindert Krankheiten

In Lebensräumen mit vielen verschiedenen Tierarten haben es Viren schwerer, einen passenden Wirt zu finden. Mit der Zeit können sich die Viren nicht mehr weiter verbreiten. Eine hohe Artenzahl verhindert damit auch, dass sich Krankheiten auf den Menschen übertragen. In Bereichen, die vom Menschen gestört sind und wo weniger Arten vorkommen, haben es Viren einfacher. Die Chance, dass die "richtigen" Arten aufeinander treffen und sich anstecken, ist bedeutend größer. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf den Menschen steigt.