Alte Mostbirnensorte wiederentdeckt

„Sirningers Mostbirne“, eine alte Obstsorte aus dem Mostviertel, galt als ausgestorben. Nun stellte sich heraus, dass es die Birnensorte auch heute noch gibt.

Obstbäume

Streuobstwiesen sind eine alte Kulturlandschaft und ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt.

Es war eine sensationelle Entdeckung im Zuge eines Projektes der LEADER-Region "Tourismusverband Moststraße" und des Obstbauverbandes Mostviertel. Die Obst-Expertinnen Martina Schmidthaler und Gerlinde Handlechner bestimmten in den vergangenen zwei Jahren mehr als 2.000 Proben von Apfel- und Birnensorten, die von der Bevölkerung eingereicht wurden.

Äpfel & Birnen – Schätze der Streuobstwiesen

Die Ergebnisse des Projektes veröffentlichten die Pomologinnen im Buch „Äpfel & Birnen – Schätze der Streuobstwiesen“, das nun in Kilb präsentiert wurde. Im Buch findet sich unter anderem auch „Sirningers Mostbirne“. Bei dieser Sorte handelt es sich um eine regionale Spezialität, die der Kilber Baumschulbesitzer Anton Sirninger kultiviert und 1913 erstmals dokumentiert hatte. Später gingen wie bei vielen Mostbirnensorten jedoch immer mehr Baumbestände verloren. So galt die Sirningers Mostbirne als ausgestorben.

Mostbirne soll wieder verstärkt verbreitet werden

Auf einem Grundstück einer Landwirtsfamilie in Kirchberg an der Pielach wurde die Birnensorte nun wiederentdeckt. Dort stehen zwei rund 70-jährige Bäume, die von den Pomologinnen als „Sirningers Mostbirne“ bestimmt wurden. Die Sorte erleichtert aufgrund seiner Größe das Sammeln und eignet sich besonders gut für die Produktion von Saft, Most und Schnaps. Die Edelbrandgemeinschaft Kilb will nun gemeinsam mit dem Baumbesitzer diese Birnensorte wieder mehr verbreiten.

Streuobst-Projekt im Schutzgebietsnetzwerk

Die LEADER Region „Tourismusverband Moststraße“ konzipierte 2018 ein umfassendes Projekt zum Thema Kulturlandschaftsentwicklung, das geeignete Rahmenbedingungen geschaffen hat, um die Pflege und Bewirtschaftung der traditionellen Mostviertler Kulturlandschaft langfristig sicherzustellen. Das Projekt wurde vom Schutzgebietsnetzwerk NÖ koordiniert, welches von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ betreut wird.

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