Almen sind kein Streichelzoo

Aktiv sein in der Natur hat auch mit Respekt zu tun. Mit 10 Verhaltensregeln sollen die Alm-BesucherInnen mehr in die Verantwortung genommen werden.

Kühe auf der Vilsalm

Sich frei bewegende Kühe sind ein typisches Merkmal unserer Almen.

Den Rucksack packen, die Bergschuhe schnüren und hinauf in die fantastische Bergwelt. Wandern ist für viele der Inbegriff des umweltschonenden Aktivurlaubs. Seit einem Urteil des Landesgerichts Innsbruck ist die heile Welt ins Wanken geraten.

Ein Landwirt soll Schadenersatz zahlen

Im Jahr 2014 war eine Urlauberin, die ihren Hund dabei hatte, von Kühen zu Tode getrampelt worden. Das noch nicht rechtskräftige Urteil gegen den Landwirt als Halter der Tiere hat eine intensive Diskussion entfacht. Sind unsere Kühe gefährliche Tiere, die Menschen angreifen? Oder fehlt es einigen, die sich in der Natur bewegen, am nötigen Hausverstand?

Mehr Eigenverantwortung auf der Alm

Als Konsequenz des tragischen Unfalls wurde eine Gesetzesänderung zur Tierhalterhaftung im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch vorgelegt. Landwirte werden dann schadlos gehalten, wenn sie die bundesweit geltenden Almstandards einhalten. Ein eigener Zusatz speziell für die Alm- und Weidewirtschaft betont die Eigenverantwortung der Almbesucher. Diese sollen in Zukunft Verhaltensregeln befolgen, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.

10 Regeln für ein gutes Miteinander

Zu den österreichweit geltenden Regeln gehört, Hunde anzuleinen und die Leine bei einer Kuhattacke loszulassen. Die Kombination von Hund und Kälbern führt bei Kühen oft zu einer angeborenen Schutzreaktion. Wird der Hund von der Leine gelassen, kann er flüchten und der Mensch sich in Sicherheit bringen.

Weitere Regeln für das Wandern auf Almen

  • Verhalten Sie sich beim Queren einer Alm ruhig. Vermeiden Sie hektische Bewegungen und unterlassen Sie das Nachahmen von „Kuhlauten“.
  • Rinder weichen in der Regel aus. Sie greifen an, wenn sie sich in die Enge getrieben oder bedroht fühlen.
  • Gehen Sie an einer Rinderherde seitlich vorbei statt durch die Mitte der Herde.
  • Bei Unruhe in der Herde halten Sie besser einen Mindestabstand von etwa 50 Metern ein.

Im seltenen Fall eines Angriffs

  • Laufen Sie auf keinen Fall weg! Treten Sie langsam und ohne die Augen von den Tieren abzuwenden den Rückzug an.  
  • Drohgebärden mit einem Stock und lautes Rufen können aggressive Tiere zum Umkehren bringen. Schläge und schnelle, hektische Bewegungen, wie das Wedeln mit Stöcken und Armen sind allerdings zu vermeiden.
  • Besondere Vorsicht ist bei Rinder-Familien geboten! Kühe beschützen und verteidigen ihre Kälber. Deshalb niemals Kälbern zu nahe kommen oder sie gar streicheln.

Alm-Manifest

Nach dem viel kritisierten Schadenersatz-Urteil wegen einer tödlichen Kuh-Attacke in Tirol ist in Niederösterreich auf Initiative von LH-Stv. Stephan Pernkopf ein Alm-Manifest gestartet worden. Das Alm-Manifest kann noch auf www.alm-manifest.at unterstützt werden. 

Verhaltensregeln Bundesministerium für Tourismus und Nachhaltigkeit

Verhaltensregeln des Bundesministeriums für Tourismus und Nachhaltigkeit

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen