Aktion gegen das Eschensterben

1.500 junge Eschen sollen im Nationalpark den Charakterbaum der Donau-Auen retten.

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Umweltministerin Leonore Gewessler, LH-StV. Stephan Pernkopf, Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Nationalparkdirektorin Edith Klauser setzten mehrere Jungeschen.

Die Esche, eine der wichtigsten Baumarten der Flussauen, ist unter Druck. Eine Pilzkrankheit, das Eschentriebsterben, schädigt die Bäume und führt zum Absterben ganzer Bestände. Ein Forschungsprojekt soll diese typische Art der Donau-Auen wieder heranwachsen lassen. Auf mehreren Standorten im Nationalpark werden heuer 1.500 junge Eschen ausgepflanzt und wissenschaftlich begleitet.

Politik stellt Bäume auf

Im 1996 gegründeten Nationalpark Donau-Auen nehmen die Wälder eine Entwicklung zurück zur Wildnis. Zu den wichtigsten Baumarten der Flussauen zählt die Esche. Sie trägt wesentlich zur Artenvielfalt im Schutzgebiet bei. Gemeinsam mit Umweltministerin Leonore Gewessler, Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Nationalparkdirektorin Edith Klauser setzte LH-Stv. Stephan Pernkopf in der Mannswörther Au mehrere Jungeschen aus dem Projekt. "Wir können natürliche Prozesse in längeren Zeiträumen beobachten. Eschen erhalten die Chance, Abwehrmechanismen gegen die Erkrankung zu entwickeln. Widerstandsfähige Exemplare können einen Beitrag zur gezielten Vermehrung resistenter Bäume für die Wälder der Zukunft leisten“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

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Viele Eschen sind vom Eschentriebsterben, einer Pilzerkrankung, betroffen.

Eschen in ganz Europa leiden unter einem Pilz

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) ist von dem oft tödlich verlaufenden Eschentriebsterben massiv bedroht. Die einzige Möglichkeit, die Esche in den Wäldern zu erhalten, ist die Vererbung von Resistenzen. Am Bundesforschungszentrum für Wald wird intensiv daran geforscht. Schutzgebieten wie dem Nationalpark Donau-Auen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Nutzung der Baumbestände fällt weg und die Wälder werden zu Freiluftforschungsstätten. Abseits von Wegen, wo keine Gefährdung gegeben ist, können befallene Bäume in ausreichender Zahl im Wald verbleiben. Sie erhalten daher die Chance, dem Pilz langfristig mit Abwehrmechanismen zu begegnen. Für die Wissenschaft ergibt sich dadurch Gelegenheit, die Ausbildung von Resistenzen bei Eschen zu erforschen.

Nationalparke bewahren einzigartige Naturschätze

Nationalparkmanagement bedeutet, natürliche Prozesse sowie heimische Tier- und Pflanzenarten zu fördern und den menschlichen Einfluss zu reduzieren. Damit bewahrt der Nationalpark Donau-Auen einzigartige Ökosysteme. Neben der Entwicklung natürlicher Artenzusammensetzungen nimmt der Anteil an Alt- und Totholz zu. Diese Strukturen bieten Lebensraum für den Seeadler, der in den ausladenden Kronen alter Bäume seinen Horst baut, für Spechte, die in morschen Stämmen ihre Höhlen zimmern, oder den Hirschkäfer, der mehrere Jahre als Larve in Totholz zubringt, bevor er ausfliegt.