30 Jahre Natura 2000

Das EU-Schutzgebietsnetzwerk soll wildlebende Tier- und Pflanzenarten sowie wertvolle Lebensräume dauerhaft erhalten. Naturland NÖ ist ein Teil davon.

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Viele Gebiete sind mehrfach geschützt. Das Thayatal etwa ist Nationalpark und Europaschutzgebiet zugleich.

Natura 2000 wurde 1992 ins Leben gerufen und ist ein Netzwerk von über 26.000 Schutzgebieten in der EU und Kernstück der europäischen Naturschutzpolitik. Die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, Verschlechterungen und Störungen von Lebensräumen und Arten zu vermeiden.

23 Prozent des Naturlandes sind geschützt

Rechtliche Grundlage für dieses europaweite Schutzgebietsnetz bilden zwei EU-Richtlinien: die Vogelschutzrichtlinie und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie). Österreich steuert dem Netzwerk 350 Gebiete bei, die sich über mehr als 15 Prozent der Landesfläche erstrecken. In Niederösterreich wurden auf diese Weise 20 Gebiete gemäß FFH-Richtlinie und 16 Gebiete gemäß Vogelschutzrichtlinie ausgewählt. Diese 36 Natura 2000-Gebiete umfassen insgesamt etwa 23 Prozent der Landesfläche.

Bewirtschaftung erwünscht

Die Europaschutzgebiete sind keine hermetisch abgeschlossenen Bereiche, die nicht betreten oder genutzt werden dürfen. Eine Bewirtschaftung durch den Menschen ist oft sogar notwendig, um viele Lebensräume wie Wiesen, Heiden und Trockenrasen zu bewahren. Umfassende Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen sollen die Schutzgüter dauerhaft sichern. Die Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ (eNu) organisiert gemeinsam mit dem Land Niederösterreich die Schutzgebietsbetreuung NÖ.

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Rund 23 Prozent der NÖ Landesfläche sind als Europaschutzgebiet ausgewiesen.

Deutlich mehr Finanzmittel für Umsetzung notwendig

Der Umweltdachverband fordert, im Jubiläumsjahr die Kräfte zu bündeln. Die finanziellen Mittel sollen verstärkt in die Erhaltung von Natura-2000-Gebieten sowie in die Renaturierung zerstörter und bedrohter Ökosysteme investiert werden. Der aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes zeigt, dass der Zustand der Schutzgüter in Österreich besorgniserregend ist. Nur knapp ein Fünftel der Lebensraumtypen und ein Siebentel der Arten befinden sich in einem günstigen Erhaltungszustand.

Zustand der Natur ist besorgniserregend

Für den Umweltdachverband ist nur durch ausreichende finanzielle Mittel und die Bündelung aller Kräfte der weitere Verlust wertvoller Lebensräume und Arten zu stoppen. Gerade auch BewirtschafterInnen und GrundbesitzerInnen müssen mit ins Boot geholt werden. Wichtig ist auch die konstruktive Zusammenarbeit aller im Naturschutz tätigen Institutionen und Organisationen, qualitativ hochwertige Managementpläne und die Schaffung eines Rahmennaturschutzgesetzes.

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Die Folder stellen alle Europaschutzgebiete im Naturland vor.

Folder informieren über Natura 2000

Die Folder zu den Europaschutzgebieten in NÖ gehen auf die Besonderheiten des jeweiligen Gebietes ein, präsentieren die naturschutzfachlichen Ziele und stellen die wichtigsten Vertreter der Tier- und Pflanzenwelt vor. Sie sind in allen Regionalstellen der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ kostenlos erhältlich. Auf Naturland NÖ werden alle Europaschutzgebiete in kurzen Steckbriefen mit den wichtigsten Informationen vorgestellt. Laufend werden Projekte der Schutzgebietsbetreuung präsentiert.