2021 ist Jahr für Höhlen und Karst

Der Verband der Österreichischen Höhlenforscher will damit Bewusstsein schaffen, dass Höhlen und Karstgebiete schützenswerte Lebensräume darstellen.

Nixhöhle

Die Nixhöhle bei Frankenfels im niederösterreichischen Pielachtal ist eine von 30 Schauhöhlen in Österreich.

(24.02.2021/ MF) Höhlen sind Lebensräume mit einer einzigartigen Lebewelt. Gleichzeitig stellen sie auch riesige Wasserspeicher dar. 20 Prozent des weltweiten Trinkwassers stammen aus Karstregionen. Diese kargen Landschaften sind auch in Österreich gefährdet.

Die letzten weißen Flecken der Erde

Höhlen stellen die letzten weißen Flecken auf der Erde dar. Österreich ist ein Land der Höhlen mit einer langen Tradition in der Erforschung dieser Unterwelt. Rund ein Fünftel der Fläche Österreichs sind Karstgebiete. Der Verband Österreichischer Höhlenforscher vertritt 26 Vereine in allen Bundesländern und betreut 30 Schauhöhlen. Mit dem Jahr für Höhlen und Karst soll das Bewusstsein für diese einzigartigen Naturräume erhöht werden. Geplant sind Exkursionen, Wanderausstellungen, Vorträge, Symposien und Filmproduktionen.

Höhlentier des Jahres 2021

Erstmals wird 2021 auch das Höhlentier des Jahres ausgerufen. Der Dachstein-Blindkäfer (Arctaphaenops angulipennis) ist eine nur in einem eng begrenzten Gebiet in Österreich vorkommende Art. Der Käfer ist extrem selten und ein Relikt aus der Eiszeit. Die nur wenige Millimeter große Art ist blind und pigmentlos und an Dunkelheit, Kälte und Nahrungsmangel perfekt angepasst. Die Tiere ernähren sich räuberisch von kleineren Höhlentieren. Ihr gesamtes Leben spielt sich unterirdisch ab, an der Sonne können sie nicht überleben.

Der Dachstein-Blindkäfer ist extrem selten und kommt nur in Österreich vor.

Der Dachstein-Blindkäfer ist extrem selten und kommt nur in Österreich vor. Nun wurde er zum Höhlentier des Jahres 2021 ausgerufen.

Land der Höhlen

In Österreich sind rund 17.500 Höhlen bekannt, jährlich werden einige Hundert neu entdeckt. Österreichs Höhlengänge würden aneinandergereiht von Wien bis Madrid reichen. Das Schönberg-Höhlensystem im Toten Gebirge ist mit 151 Kilometern Länge die zweitlängste Höhle Europas. Der Lamprechtsofen bei Lofer hält mit einem Höhenunterschied von 1.726 Metern zwischen dem tiefsten und dem höchstgelegenen Eingang den Weltrekord. Etwa die Hälfte der österreichischen Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser aus Karstgebieten. Die Versorgung von Wien erfolgt zu 95 Prozent aus Quellen an Rax, Schneeberg und Hochschwab.