200 Millionen für unsere Bäche und Flüsse

Ein Bundes-Förderpaket für Gemeinden und Wasserverbände soll zur Ökologisierung von Fließgewässern beitragen.

Wehr an einem Fluss

Querbauwerke wie etwa alte Wehre hindern wasserlebende Tiere an ihren Wanderungen und verschlechtern den ökologischen Zustand eines Gewässers.

(09.02.2021/ MF) Bäche und Flüsse sind die Lebensadern unserer Landschaft. Sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Naherholungsräume für uns Menschen und sie beeinflussen das Klima. Viele Gewässer wurden jedoch begradigt oder durch künstliche Barrieren unterbrochen. Mit den neuen Fördermöglichkeiten stehen nun Mittel zur Verfügung, um dringend notwendige ökologische Maßnahmen zu setzen.

Umsetzen von dringend notwendigen Maßnahmen

Jede Gemeinde, die einen Bachlauf renaturieren will, kann ab sofort bis zu 60 Prozent der Kosten als Förderung des Bundes beantragen. Insgesamt stehen für die Sanierung von Gewässern 200 Millionen Euro an zusätzlichen Finanzmitteln zur Verfügung. Dazu kommen noch weitere Fördermöglichkeiten der Bundesländer. Die dafür notwendigen neuen Förderungsrichtlinien sind mit 1. Februar in Kraft getreten. Auch Wasserverbände und Wassergenossenschaften können diese Mittel künftig in digitaler Form abrufen.

Erfolgreiche Projekte in den Regionen

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus hat bereits 2009 einen entsprechenden Fördertopf eingerichtet. Durch die Investitionen wurden bisher etwa 1.000 Barrieren in Flüssen entfernt, 300 Flusskilometer renaturiert und mehr als 2.700 Höhenmeter aufgrund der umgesetzten Projekte zur Durchgängigkeit überwunden. Die Große Tulln in Niederösterreich wurde mit Rampen für Fische passierbar gemacht und ein natürlicher Flusslauf geschaffen. Die Maßnahmen haben schon kurz nach Fertigstellung ihre Wirkung gezeigt, da sich der Fischbestand und das Artenspektrum massiv erhöht haben.

Große Tulln bei Langenrohr

Die Grosse Tulln wurde wieder passierbar gemacht für Fische.

Mehr Fische in der Großen Tulln

Ein weiteres gelungenes Beispiel ist der Einsatz von innovativen Rampenbauwerken in der Ill in Vorarlberg, die nun wieder den Lebensraum von zwei Flussabschnitten miteinander verbinden. Bereits nach wenigen Wochen konnte wieder die Bodensee-Seeforelle nachgewiesen werden, die den Erfolg der umgesetzten Maßnahme bestätigt. An der Wulka im Burgenland wurde ein neuer Flusslauf geschaffen, der in seiner Form und Ausgestaltung dem natürlichen Zustand entspricht.