15 Jahre Biosphärenpark Wienerwald

Die Vereinbarung zwischen Niederösterreich und Wien über die Gründung des Biosphärenparks wurde 2006 beschlossen.

Obstbäume im Wienerwald

Der Biosphärenpark Wienerwald ist eine einzigartige Kultur- und Naturlandschaft am Rande einer Millionenstadt.

(02.06.21/ MF) Der Wienerwald ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Mitteleuropas mit über 30 verschiedenen Waldtypen und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Er ist Lebensraum für 850.000 Menschen und ein verbindendes Element zwischen Niederösterreich und Wien.

Das Erbe von Josef Schöffel

Die Bemühungen des Journalisten und Mödlinger Bürgermeisters Josef Schöffel vor 150 Jahren retteten den Wald- und Wiesengürtel um die Millionenstadt Wien und mündeten in die Gründung des Biosphärenparks. Rund 1.000 ausgewiesene Siedlungsgrenzen und eine 2019 novellierte Pflegezonen-Verordnung sichern die wertvollen Wälder und Wiesen.

Josef Schöffel

Der "Retter des Wienerwaldes" Josef Schöffel auf einer Lithographie von Adolf Dauthage.

Artenvielfalt und regionale Entwicklung

Die Besuchersteigerung von 25 Prozent bei den niederösterreichischen Natur- und Nationalparks im vergangenen Jahr dokumentiert den hohen Stellenwert der Schutzgebiete. Sie unterstreicht aber auch die Bedeutung des Biosphärenpark-Managements, das mit seinen Veranstaltungen wie etwa den „Tagen der Artenvielfalt“ rund 250.000 Menschen pro Jahr erreicht. Unzählige Freiwillige haben in 100 Pflegeeinsätzen zur Erhaltung der Artenvielfalt beigetragen. 22 Partnerbetriebe aus den Bereichen Landwirtschaft und Gastronomie leben eine Regionalentwicklung über Landesgrenzen hinweg. Jährlich besuchen 50 Millionen Erholungssuchende den Biosphärenpark mit seinem mehr als 3.000 Kilometer langen Netz an markierten Wegen und Strecken. Der Wienerwald bietet aber auch zahlreiche Ökosystemleistungen. Seine Kühlwirkung entspricht der Leistung von 23 Millionen Klimageräten und er deckt den Sauerstoffbedarf von 2 Millionen Menschen.

Urwald von morgen

Die Idee der Biosphärenparks ist bereits 50 Jahre alt. Mittlerweile gibt es über 700 Biosphärenparks in rund 130 Ländern, die von der UNESCO für ihre einzigartige Landschaften ausgezeichnet wurden. Ein Biosphärenpark bringt die Erhaltung des Artenreichtums und die regionale Entwicklung in Einklang. Er dient nicht nur dem Naturschutz, sondern bezieht auch die Entwicklung des Menschen mit ein. Im Wienerwald sind 5 Prozent der Fläche als Kernzone außer Nutzung gestellt und damit der Urwald von morgen, 64 Prozent gelten als Entwicklungszone.